Reihe "Stimmen aus Russland"
Eine Reihe mit Quellentexten zur russischen Geistesgeschichte
Fjodor Tjutschew:
Russland und der Westen -
Politische Aufsätze
Herausgegeben, aus dem Russischen übersetzt und mit einem Vorwort
versehen von Michael Harms.
Mit Texten von Waleri Brjussow und Iwan Aksakow.
1. Aufl., (stimmen aus russland; Bd. 1), lieferbar, 112 S.,
kart., Preis 29,80 CHF / 15,95 EUR (D)/ 16,43 EUR (A),
ISBN 3-928864-02-5
Fjodor Tjutschew (1803-1873) gehört mit Puschkin und
Lermontow zu den herausragenden russischen Lyrikern des 19. Jahrhunderts. Tjutschews
politische Aufsätze und die begleitenden Materialien sind in sowjetischer Zeit nicht
gedruckt worden und erscheinden zum ersten Mal in deutscher Sprache.
Pressestimmen
... Rußland und Deutschland, Rußland und die Revolution,
Orthodoxie und Katholizismus, diese für Tjutschew schicksalsträchtige Fragen haben
nichts von ihrer Aktualität eingebüßt; sie nehmen teilweise die heutigen
Auseinandersetzungen in Rußland vorweg bzw. lassen sie verständlicher werden.
Ostkirchliche Studien (Würzburg), 4/1992
Tjutschews politische Aufsätze liegen nun in Übersetzung vor und
erlauben es dem deutschen Leser, sich einen Eindruck von der Tradition russischen Denkens
zu verschaffen, die über Jahre verschüttet war, im postsowjetischen Rußland aber
zunehmend an Einfluß gewinnt.
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Okt. 1995
Bedenkt man, daß Alexander Solshenizyn 1993
Selbstbeschränkung als dringende Voraussetzung zur Gesundung Rußlands
forderte, vor und nach der Auflösung der UdSSR den Zusammenschluß der ostslawischen
Völker anregte und in allen seinen Reformvorstellungen Rußland klar vom Westen trennt,
dann wird einem bewußt, wie sehr dieses Buch auch zum Verständnis der aktuellen Lage
beitragen kann.
Wolfgang Kasack in Osteuropa (Stuttgart), Jg. 1995
Insgesamt verdienen die vorgelegte sorgfältige Edition von drei
politischen Aufsätzen und die mustergültige Präsentation der Lebensstationen Tjutschews
Respekt. Sie vermitteln dem Leser einen Einblick in eine typisch russische, von
Intellektuellen kultivierte Tradition, welche für die Gegenwart in einer Weise virulent
zu werden verspricht, die von den westlichen Kommentierungseliten bisher allzu
bereitwillig als unerheblich beiseitegeschoben war.
Wladimir Korolenko:
»Ohne Freiheit keine Gerechtigkeit«
Die Briefe an den Volkskommissar Lunatscharski (1920)
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Michael Harms.
Übersetzung aus dem Russischen von Ernst Kuhn.
1. Aufl., (stimmen aus russland; Bd. 1), lieferbar, 160 S.,
kart., Preis 29,80 CHF / 15,95 EUR (D)/ 16,43 EUR (A),
ISBN 3-928864-05-X
Wladimir Korolenko (1853-1921), auch in Deutschland
bekannter Schriftsteller, schreibt 1920 kurz vor seinem Tode sechs Briefe an den
Volkskommissar für Unterrichtswesen und Volksaufklärung Anatoli Lunatscharski
(1875-1933).
Pressestimmen
... eine wichtige Dokumentation, die zeigt, daß es auch schon 1917 kritische
Stimmen bei der Beurteilung der Revolution gab. Korolenkos Analysen von Sinn und Widersinn
der Oktoberrevolution sind auch heute noch (oder gerade heute) lesenswert.
Zeitschrift für Kulturaustausch (Stuttgart), 3/1993
The real intention of this volume, to demonstrate the conflict
between two fundamental historical, political and philosophical positions on revolutionary
development in Russia, is effective because of the synchronous documentation of
Korolenkos letters and the later reactions of Lunacharskii. Korolenko and
Lunacharskii represent in an almost exemplary way two archetypes of the Russian
intelligentsia which developed in the nineteenth century...
The reader who engages further a comparision of Korolenkos and Lunacharskiis
dictions will observe that in Lunacharskiis semantics and metaphorics totalitarian
stalinist discourse is already fully developed. In its expressive complexity the present
volume is of amazing topicality...
Harms edition provides thorough documentation so that even a
reader completely unfamiliar with Russian history can benefit from it. The secondary and
primary sources listed in the footnotes are extremely rare and show the editors and
publishers genuine enthusiasm...
Slavic and East European Journal, Summer 1994
... ultimately Korolenko scored a moral victory since, as the editor
notes, his precepts of elementary truthfulness and charity prevailed over the cold
formulas of the keepers of the revolutionary grail. Aus he put it, social
justice is indeed important... but there can be no justice without freedom.
The English Historical Review (London)
Die Lektüre der Briefe zeigt, wie früh, wie hellsichtig der greise
Korolenko die Probleme, ja das Grunddilemma des entstehenden Sowjetstaates beschrieb, und
wie wenig er die bolschewistische Führung damit beeindrucken konnte. Für den smarten
Volkskommissar für das Bildungswesen blieb er ein großartiger Dichter; doch die in den
Werken bewunderte Humanität und Liberalität machten ihn auch da gab Lunatscharski
Lenin ganz recht politisch unzurechnungsfähig, zum typischen
Spießer.
Jahrbücher für die Geschichte Osteuropas (Stuttgart)
|