Albrecht Gaub/Melanie Unseld:
»Ein Fürst, zwei Prinzessinnen und vier Spieler«.
Anmerkungen zum Werk Aleksandr Borodins
Die Beschäftigung mit russischer Musik des 19. Jahrhunderts ist für den
Musikwissenschaftler immer noch mit archäologischer Arbeit verbunden. Sei es, daß
neuentdeckte Autographe den Blick auf Einzelaspekte verändern, oder daß ein Teil der
schöpferischen Tätigkeit bislang fast unbeachtet blieb.
Um ins Gesamtbild des Komponisten Aleksandr P. Borodin einen weiteren
Mosaikstein zu fügen, gehen die beiden Autoren dieses Buches auf Einzelaspekte seines
uvres ein. Borodins unvollendete Oper Fürst Igor, die durch ihren Fragmentcharakter
unweigerlich einigen Bearbeitungen unterworfen wurde, wird durch ein neuaufgefundenes
Autograph bereichert, das über Borodins Arbeitsweise und die seiner Bearbeiter
gewichtigen Aufschluß gibt. Die Arie des Fürsten Igor wird im vorliegenden Band erstmals
in ihrer Originalfassung veröffentlicht.
Um Borodin in einen nicht nur zeit- und ortsbezogenen Kontext stellen zu
können, ist ein Blick auf seine impressionistische Phase hilfreich. Anhand
zweier Liedvertonungen wird versucht, die Verwurzelung Borodins in der von Balakirev
vermittelten Ästhetik ebenso zu berücksichtigen wie auch einen möglichen Bezug dieser
Ästhetik zum westeuropäischen musikalischen Impressionismus. Abschließend wird ein
Blick auf das von Zeitgenossen belächelte, heute jedoch unumstrittene
Streichquartettschaffen Borodins geworfen. Als musikalischer Einzelgänger in Sachen
Kammermusik setzt sich Borodin unbeirrt als Streichquartettkomponist durch und legt damit
einen Grundstein zur russischen Kammermusik des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts.
Erstveröffentlichung der »Arie des Fürsten
Igor« in der Originalfassung,
zahlreiche Notenbeispiele,
1. Aufl., (studia slavica musicologica ; Bd. 6), 176 S., kart.,
lieferbar, Preis
29,95
Euro (D);
30,85
Euro (A),
59,00 SFr.
ISBN 3-928864-27-0
Erste Pressestimmen
"Die von Gaub im Petersburger Theatermuseum aufgefundene Version der Arie Fürst
Igors wird in keiner authentischen Fassung mehr fehlen dürfen." Die
Musikforschung (Kassel)
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