Marina Lobanova und Ernst Kuhn (Hrsg.)

Ein unbekanntes Genie: Der Symphoniker Alexander Lokschin
Monographien - Zeugnisse - Dokumente - Würdigungen

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(studia slavica musicologica, Bd. 26), X + 232 S., zahlreiche Notenbeispiele,
Preis
44,95 Euro (D); 46,30 Euro (A), 88,00 SFr.
ISBN 3-928864-85-8 (Format 21 x 14,8 cm)

 

 

Das Buch informiert umfassend über Alexander Lokschin (1920-1987), einen Komponisten von 11 Symphonien, zahlreichen vokalsymphonischen Werken und Kammermusik, der, bewundert sowohl von Komponistenkollegen wie Schostakowitsch, Schnittke und Tistschenko als auch von großen Interpreten wie Barschai, Sanderling und Roshdestwenski, sein Heimatland Rußland nie verlassen hat. Dennoch ist er dort auch heute noch, lange Jahre nach seinem Tode, fast gänzlich unbekannt, während die triumphalen Aufführungen seiner Werke im Westen inzwischen immer häufiger werden. Lokschins Direktheit und Schonungslosigkeit in kritischen Äußerungen, aber auch die Wahl "ideologisch fremder" westlicher Texte zur Vertonung brachten ihn, der den Kulturbetrieb des sowjetischen Regimes demonstrativ ablehn­te, schnell in die Isolation.

Lokschin  stellte immer wieder die "ewigen Fragen des Menschseins" in den Mittelpunkt seines Schaffens: Leben, Liebe, Tod, Ich und Nicht-Ich. Seine Musiksprache ist von einer außerordentlichen, geradezu "expressionistischen" Ausdrucksintensität. In ihrer polyphonen Dichte und kammermusikalischen Transparenz spiegelt sie eine prinzipiell ambivalente und mehrdimensionale Welt. Wie Rudolf Barschai bezeugt, konnte Lokschin mit einer kurzen Phrase, sogar mit einem einzigen Takt ein markantes Bild, eine Szene, manchmal ein ganzes Drama übertragen. 1989, zwei Jahre nach dem Tode des Komponisten, bekannte Barschai: "Für mich ist Lokschin einer der größten Komponisten unseres Jahrhunderts. Seine Zeit kommt jetzt, und es ist die Sache von uns Musikern, uns dafür einzusetzen, daß seine Werke gebührend gespielt werden."  

 

 

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