Albrecht Gaub:
Die kollektive Ballett-Oper Mlada.

Ein Werk von Kjui, Musorgskij,
Rimskij-Korsakov, Borodin und Minkus

Die kollektive Ballett-Oper Mlada aus dem Jahre 1872 ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen in der Operngeschichte des 19. Jahrhunderts, nicht nur in der russischen. Der St. Petersburger Theaterdirektor S. A. Gedeonov, ein höchst eigenwilliger Universalgelehrter, hatte zusammen mit dem Dramatiker V. A. Krylov ein Libretto verfaßt, das er vier Komponisten des "Mächtigen Häufleins" - C. A. Kjui, M. P. Musorgskij, N. A. Rimskij-Korsakov und A. P. Borodin - zur gemeinschaftlichen Vertonung übertrug. Außerdem war noch der Ballettkomponist L. Minkus beteiligt. Das Projekt wurde in fortgeschrittenem Stadium abgebrochen.

In der vorliegenden Arbeit wird das nie szenisch aufgeführte und in weiten Teilen unpublizierte Werk erstmals eingehend untersucht. Das in mehrfacher Hinsicht - als Auftragswerk, als Kollektivkomposition, als Versuch einer Synthese der Meyerbeerschen grand opéra mit dem klassischen Ballett Petipas und auch aufgrund des panslawisch-pseudomythologischen Sujets - einzigartige Projekt wird anhand der erhaltenen Handschriften beschrieben und analysiert. Den Schlüssel zu Szenarium und Libretto bilden dabei die bisher nicht zur Kenntnis genommenen wissenschaftlichen Schriften Gedeonovs. Auch der Rückgriff auf vorhandene Musik bei der Komposition von Mlada sowie die Weiterverwendung der Mlada-Musik in späteren Werken ist ausführlich dokumentiert. Im Anhang zum Buch befinden sich das Libretto der kollektiven Mlada auf russisch und deutsch und ein ausführlicher Katalog der heute bekannten Mlada-Manuskripte.



Albrecht Gaub, geb. 1967 in Stuttgart, studierte von 1988 bis 1993 an der Universität Hamburg Historische und Systematische Musikwissenschaft u.a. bei Constantin Floros, Dorothea Redepenning und Albrecht Schneider sowie Slavistik bei Alois Schmücker und Karl Gutschmidt. 1997 ebendort mit der vorliegenden Arbeit Promotion bei Constantin Floros. Seit 1989 Forschungsreisen nach St. Petersburg und Moskau. Gegenwärtig Lehrauftrag an der Universität Hamburg.

 

Erste Pressestimmen:

Music & Letters (Oxford):

"Gaub's painstaking researches invite admiration. [...] His treatment of primary sources represents the great German musicological tradition at its weightiest. [...] Gaub's treatment of Gedeonov is one of the most revealing aspects of his book and one of its main achievements. Our picture of the institutional history of nineteenth-century Russian music is still far from complete, and the present monograph constitutes a valuable addition to our knowledge in this area."

Die Musikforschung (Kassel):

"Die unkonventionelle Entstehungsgeschichte, die komplizierte Quellenlage und schließlich die Tatsache, dass die kollektive 'Mlada' unvollendet blieb, haben dazu geführt, dass in der Forschung immer wieder Ungenauigkeiten und Halbwahrheiten tradiert wurden. Um so bedeutsamer sind die
Untersuchungsergebnisse, die Albrecht Gaub in seiner jetzt veröffentlichten Dissertation vorlegt. Wenn er die Fährte des schimärenhaften Werkes aufnimmt, liest sich das spannend wie ein Kriminalroman, was nicht zuletztdem klaren Aufbau, den gezielten Fragestellungen, der umfangreichen Literaturauswertung, den skrupulösen Untersuchungen und der philologisch
und sprachlich ausgezeichneten Darstellung zu verdanken ist."

(studia slavica musicologica, Bd. 12), 624 S., 
Preis 148,80 CHF / 75,95 EUR (D)/ 78,23 EUR (A);
lieferbar, zugleich Diss. Univ. Hamburg, ISBN 3-928864-53-X
 

 

 

 

 

 

 

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