Inge Kreuz:
Die Antiphonen der Passion aus Neumenhandschriften der Altgläubigen und einem russischen
Frühdruck

Als die russischen Altgläubigen sich von der offiziellen Kirche
trennten, bewahrten sie unverfälscht die kulturellen Traditionen der Moskauer Rus' des
17. Jahrhunderts, z. B. in der Ikonenmalerei, der Literatur und besonders auch im
Kirchengesang. Sie behielten das reiche Repertoire der einstimmigen liturgischen Gesänge
bei, schrieben ihre Gesangsbücher weiterhin mit der Hand und verwendeten dabei wie ehedem
die altrussische linienlose Neumenschrift, die znamennaja notacija.
Die Gesänge des znamennyj rospev sind in ihrer liturgischen Bedeutung
der Gregorianik des Westens vergleichbar. Bekannte russische Chöre tragen zur
Wiederentdeckung dieses kulturellen Erbes bei.
Im vorliegenden Band liegt erstmals eine vollständige Transkription der
Antiphonen der Passion anhand einer Neumenhandschrift der Altgläubigen (aus der 2.
Hälfte des 18.Jahrhunderts) vor, die in textlicher und musikalischer Hinsicht einen
Höhepunkt in der Liturgie der Karwoche darstellen. Die Texte folgen der Redaktion der
Altgläubigen, wie ein Vergleich mit einem russischen Frühdruck aus dem 17. Jahrhundert
erkennen läßt. Eine zeitgemäße deutsche Übersetzung ist beigegeben.
Inge Kreuz, geb. 1963 in Nürnberg, Studium der Slawistik, Osteuropäischen Geschichte und
Musikwissenschaft in Erlangen, München und Würzburg. Reisen zu den Zentren der
Orthodoxen Kirche nach Moskau (Zagorsk), Valamo und Orthodoxes Kirchenmuseum in Kuopio
(Finnland) sowie nach Rom (Pontificio Istituto Orientale). Archivstudien altrussischer
Neumenhandschriften in Moskau, München, Paris und Rom.
(= studia slavica musicologica, Bd. 11, 528 S.,
138,00 CHF / 70,95 EUR (D)/ 73,08 EUR (A),
lieferbar, ISBN 3-928864-51-3)
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