Reihe "Musicologica berolinensia"

 

mb 1

Kathrin Leven-Keesen: Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ (WoO 3) :

Studien zu Frühfassungen anhand des Autographs Wiede 11/3

1. Aufl. 
	(Musicologica Berolinensia ; Bd. 1), 
	380 S., zahlreiche Notenbeispiele, kart., lieferbar, 
	Preis 49,95 EUR (D) 51,45 EUR (A) 98,00 CHF ISBN 3-928864-46-7 

Mit dem vorliegenden Band eröffnet der Verlag Ernst Kuhn seine neue Schriftenreihe Musicologica Berolinensia, in der über den inhaltlichen Rahmen des bislang gepflegten Verlagsprofils hinaus Texte und Abhandlungen zur historischen, systematischen und vergleichenden Musikwissenschaft Platz finden sollen. Den Anfang bildet die für den Druck überarbeitete Fassung einer Untersuchung über die autographen Skizzen und Entwürfe von Robert Schumanns Szenen aus Goethes Faust aus der Feder der Göttingener Schumann-Forscherin Kathrin Leven-Keesen, die bereits anläßlich des 5.Schumannfestes in Düsseldorf 1994 und im Rahmen der Karlsruher Musiktage 1995 mit Beiträgen zu diesem Thema an die Öffentlichkeit getreten ist.

Robert Schumanns Szenen aus Goethes Faust gebührt in der Musikgeschichte aufgrund von Textwahl und -interpretation sowie der Originalität der Musik ein einzigartiger Rang, so daß dieses der Dichtung kongeniale Werk in den letzten Jahrzehnten immer mehr ins Blickfeld der Schumann-Forschung gerückt ist. Völlig im Dunkeln lag bislang jedoch der Entstehungsprozeß des Zyklus.

Das vorliegende Buch widmet sich erstmals den autographen Skizzen und Entwürfen. Es dokumentiert vor allem die Abweichungen der Frühfassungen von der Endfassung, wobei die Auswertung der Quellen analytisch im Hinblick auf die schöpferischen Vorgänge erfolgt. Der Leser wird in die Lage versetzt, Zusammenhänge zwischen mehr oder weniger vielschichtigen Korrekturen der musikalischen Konzeption einerseits und Inhalt bzw. Charakter der literarischen Faust-Szenen andererseits zu erkennen. Zahlreiche Notenbeispiele veranschaulichen den Schaffensprozeß. Eine frühe, zunächst zur Aufführung gelangte, dann von Schumann verworfene und seitdem verschollene Fassung eines Satzes ist wiederentdeckt und wird vorgestellt. Darüber hinaus werden neue Ergebnisse zu Fragen der Datierung vorgelegt. Alles in allem vermittelt das Buch Erkenntnisse und Anregungen, die für die internationale Schumann-Forschung wichtig und unverzichtbar sind.

 

mb 2

Hartwig Lehr: „Musik für ...“

Untersuchungen zum Werk Rudi Stephans

1. Aufl., 
	(Musicologica Berolinensia, Bd. 2), 256 S., kart., Preis 44,95 EUR (D), 46,30 EUR (A),88,00 CHF  
	lieferbar, ISBN 3-928864-47-5 

Diese Monographie über den deutschen Komponisten Rudi Stephan (1887-1915) ist der zweite Band der neuen Schriftenreihe Musicologica Berolinensia, die, benannt nach ihrem Erscheinungsort, auch außerhalb des bislang vom Verlag Ernst Kuhn verfolgten inhaltlichen Profils Texten und Abhandlungen zur historischen, systematischen und vergleichenden Musikwissenschaft Platz bieten will. Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um die für den Druck eingerichtete Fassung von Untersuchungen des Wormser Autors Hartwig Lehr (zugleich Dissertation an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main), der bereits mit Veröffentlichungen zu musikpädagogischen und literaturwissenschaftlichen Themen hervorgetreten ist.

Rudi Stephan, eine der großen Hoffnungen der deutschen Musik, fiel 28jährig im ersten Weltkrieg. Er hinterließ ein schmales Œuvre, das das Bestreben des jungen Komponisten erkennen läßt, in einer Zeit des Nebeneinanders unterschiedlichster Musikströmungen und -stile zwischen Spätromantik, Impressionismus und Expressionismus einen eigenen Weg zu finden. Die Titel seiner Instrumentalwerke – Musik für sieben Saiteninstrumente, Musik für Orchester und Musik für Geige und Orchester – sind durchaus als Programm seiner Werkvorstellungen zu verstehen, die – befreit von architektonischen, akustischen und ästhetischen Dogmen (Ferruccio Busoni) – nach völlig eigenständigen Gestaltungen sucht. Die Nähe zu Busonis musikästhetischen Gedanken zeigt auch der Vergleich von Instrumental- und Opernwerk Stephans, die Idee der Einheit der Musik erscheint hier im Ansatz verwirklicht. – An Stephans Oper „Die ersten Menschen“ wird zudem eine Analysemethode entwickelt, die, vom einzelnen Intervall ausgehend, das System der Intervallbeziehungen als Ausdrucksträger vorstellt.

 

 

mb 3

Miriam Rosenthal-English:
"Giacomo Puccinis La Faciulla del West.

Eine neue Opernkonzeption im Œuvre des Komponisten"

(musicologica berolinensia, Bd. 3),
	 180 S., Preis 39,95 EUR (D), 41,15 EUR (A), 78,00 CHF 
zugleich Diss. Hochschule der Künste Berlin
	ISBN 3-928864-52-1 

"La Fanciulla del West" setzt eine Zäsur in Giacomo Puccinis Opernschaffen, die der Komponist nach seinen Erfolgsopern "Manon Lescaut", "La Bohème", "Tosca" und "Madama Butterfly" angestrebt hatte. Nach seiner letzten Oper "Madama Butterfly" sah sich Puccini Kritiken ausgesetzt, die ihm u.a. Anachronismus, Eklektizismus und Imitation seiner eigenen Werke vorwarfen. Puccini selbst fühlte die Notwendigkeit, neue kompositorische Wege zu gehen. Textlich und musikalisch wird in "La Fanciulla del West" eine Stilveränderung vollzogen, die auch die künftigen Werke des Komponisten beeinflussen sollte..

Die Autorin Miriam Rosenthal-English, 1963 in Berlin geboren, studierte in Berlin Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie. Sie schloß ihr Studium 1989 mit dem Magister ab. Für ihre Dissertation folgten drei Jahre an der Universität Bayreuth. Darüber hinaus widmete sich die Autorin der musikalischen Praxis im Gesang und Orgelspiel. Seit 1994 lebt sie mit ihrer Familie in England.

 


 

mb 4

Sabine Vogt-Schneider
"Staatsoper unter den Linden" oder "Deutsche Staatsoper"?

Auseinandersetzungen um Kulturpolitik und Spielbetrieb in den Jahren zwischen 1945 und 1955
Eine Studie. Mit einem Anhang: Dokumente und Materialien jener Zeit aus dem Archiv der
Statsoper unter den Linden

musicologica berolinensia, Bd. 4 (ISBN 3-928864-57-2), 
		XIV und 329 S., 21 x 14,8 cm, Preis 44,95 EUR (D), 46,30 EUR (A),88,00 CHF 

Für die unmittelbare Nachkriegsentwicklung der Staatsoper in Berlin ist zwischen dem Wiederaufbau des Staatsopern-Ensembles und dem Wiederaufbau des Staatsopern-Gebäudes zu unterscheiden. Daß bereits am 23. August 1945 die erste Spielzeit der Staatsoper Unter den Linden nach dem Krieg beginnen konnte, war der sowjetischen Siegermacht zu verdanken. Deren - freilich sehr kritisch zu hinterfragende - Kulturpolitik setzte gezielt auf die Macht der Kunst im tristen Nachkriegsalltag, denn eine schnelle Rekonsolidierung des erstklassigen Opern-Ensembles war für einen Neuanfang des öffentlichen und politischen Berliner Lebens überaus wichtig.

Dagegen symbolisierte der von 1951 bis 1955 betriebene Neubau des Opern-Stammhauses vor dem Hintergrund der immer noch bestehenden Hoffnung auf ein einiges Deutschland die Errichtung eines neuen, sozialistischen Staates. Die Idee für den Wiederaufbau der Deutschen Staatsoper entsprang dem politischen Kalkül der SED-Führung, um die eigene, im Verhältnis zur Sowjetunion noch ziemlich unsichere Daseinsberechtigung vor der Welt zu legitimieren.

Anhand eines Dokumentenanhangs mit bisher unveröffentlichten Originalmaterialien wird das große politische Geschehen wie auch die kleinen Alltäglichkeiten dokumentiert und hierbei gezeigt, daß die Staats-Oper als künstlerisch lebendiger Organismus zu jedem Zeitpunkt ihres Daseins auch Spielball der Politik gewesen ist.

Sabine Vogt-Schneider, Jg, 1971, Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin (Violine) und an der Humboldt-Universität zu Berlin (Musikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte, Europäische Ethnologie). Mitarbeit in verschiedenen Orchestern, in Rundfunk, Fernsehen, Theater, Musikstudio, Musikverlag und Konzertagentur. Veröffentlichungen: Filmkomposition, Texte für Programmhefte, Das Phänomen ABBA (i. Vorb.). Interessenschwerpunkte: Kultur- und sozialwissenschaftliche Problemstellungen zu musikalischen Phänomenen.

 

mb 5

 

Dagmar Pesta

Johannes Kuhlos Einfluß auf die Entwicklung der evangelischen Posaunenarbeit

(musicologica berolinensia, Bd. 5), XIV + 132 S., 
	Preis 49,80 CHF / 29,95 EUR (D)/ 30,85 EUR (A)
 ISBN 3-928864-61-0 (Format 21 x 14,8)

Johannes Kuhlo (1856 - 1941) hat sich  als Pionier der Posaunenchorarbeit große Verdienste erworben. Seinem Wirken ist es zu verdanken, daß sich das Posaunenchorblasen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreiten konnte. Geboren 1856 in Gohfeld/Westfalen (heute Löhne 3), studierte er Theologie und arbeitete hauptsächlich als Anstaltspfarrer in Bethel (heute Bielefeld 13). Er gab seinem Vater das Versprechen, die von ihm angefangene Posaunenchorarbeit fortzuführen und zu verbreiten. Mit seinem Auswahlchor, dem Kuhlo-Horn-Sextett, bereiste er ganz Europa und schaffte es unter anderem dadurch, das Interesse für das Posaunenchorblasen zu wecken und neue Chöre entstehen zu lassen. Er organisierte Posaunenchorfeste, bildete Anfänger aus und setzte eine einheitliche Griffweise für alle Posaunenchöre fest.

Kuhlo starb 1941. Die Entwicklung in der Posaunenchorarbeit schritt bis heute weiter fort, jedoch ohne ihn wäre sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu dem geworden, was sie jetzt ist. 

Die Autorin   Dagmar Pesta,   Jg. 1964, studierte Schulmusik an der TU Braunschweig (Examen 1998), bläst Trompete und Blockflöte in diversen Ensembles und als Solistin. Als Enkelin des 1996 verstorbenen Kuhlo-Horn-Sextettbläsers Karl Kraa gehört die Beschäftigung mit der Geschichte der Posaunenchorarbeit bereits seit längerem zu ihren bevorzugten Interessensgebieten.

 

 

 

mb 6

 

 

Michael Polth        

Zur kompositorischen Relevanz der Zwölftontechnik   
Studie zu Arnold Schönbergs Drittem Streichquartett

(musicologica berolinensia, Bd. 6),  126 S. und 23 S. mit Notenbeispielen, 
		lieferbar, Preis: 30,95 EUR (D), 31,70 EUR (A), 59,80 CHF;  ISBN 3-928864-62-9 

 

Welchen Einfluß hat die Gestalt einer Zwölftonreihe auf die Entstehung einer musikalischen Komposition? Determiniert sie die Motive und Themen, oder kann sich ein Komponist über die Eigenarten einer Reihe frei hinwegsetzen? Stiftet die Zwölftontechnik musikalischen Zusammenhang, oder ist sie keiner "Vereinheitlichung" fähig? Stellt die Zwölftontechnik ein vorgegebenes System dar, dem sich Komponisten unterwerfen müssen, oder (er)schaffen Komponisten ihre "Methode mit zwölf Tönen zu komponieren" mit jedem Stück neu?

Die vorliegende Untersuchung zeigt am Beispiel des erstens Satzes von Arnold Schönbergs Drittem Streichquartett, daß das Verhältnis zwischen der Zwölftonreihe und dem komponierten Tonsatz mit den Vorstellungen des tradierten Werkbegriffs bricht. Obwohl die Reihe in die Komposition eingebracht wird, bleibt sie auch als Struktur neben dem Tonsatz bestehen und wird nicht (wie etwa Skizzen) durch das vollendete Werk überholt. Der Grund dafür liegt darin, daß die zwölftontechnische Verfaßtheit eines Stücks im Notentext nicht anders als durch eine Reihenanalyse aufzudecken ist: Die Zwölftonreihe ist das Paradox einer Struktur, aus der musikalische Konstellationen hervorgehen können, ohne daß es möglich wäre, sie selbst in diesen Konstellationen als musikalisches Phänomen zu entdecken.

Auch die Frage, aus welchem Grund die Zwölftontechnik keinen Tonalitätsersatz darstellen kann, wird noch einmal in der gesamten Tragweite des Problems dargelegt. Die Analyse des Streichquartetts erbringt dabei wichtige Einsichten in das überraschende und merkwürdige Verhältnis von Reihentechnik und harmonischer Tonalität, ein Verhältnis, das mit "Tonalitätsersatz" nicht das mindeste zu tun hat.

 

Michael Polth, geb. 1962, studierte in Bonn und Berlin Musikwissenschaft und Philosophie sowie an der Hochschule der Künste Berlin Musiktheorie und Gehörbildung. Promotion 1997. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Sonatenform in den Sinfonien des 18. Jahrhunderts.

 

 

mb 7

 

Markus Gärtner

 

Die Harmonik in den Mazurken Alexander Skrjabins


unter besonderer Berücksichtigung des Phänomens der Zwischendominantisierung

(musicologica berolinensia, Bd. 7),    103 S.  mit zahlreichen Notenbeispielen,
Preis:  29,95 EUR (D), 30,85 EUR (A), 49,80 CHF; 
ISBN 3-928864-76-9

 

 

Der russische Komponist Alexander Skrjabin ist besonders durch sein Spätwerk, durch seinen individuellen Weg zur Atonalität bekannt geworden. Im Zentrum seines Werkes steht das Opus 60, der "Prometheus" sowie der gleichnamige Akkord. Über diese Neuartigkeit des musikalischen Ausdrucks wurde das Frühwerk als angeblich weniger interessant in der Forschung vernachlässigt. Dabei dokumentieren gerade die Kompositionen dieser früheren Phase eine vielgestaltige, komplexe Entwicklung über die funktionale Harmonik hinaus, die in der Gestalt des Prometheusakkordes kulminiert.

Dieses Buch stellt anhand der Kompositionstechniken dar, wie eigenständig Skrjabin die Mazurka, diese stark von Chopin geprägte Kompositionsform, ausfüllt. Dabei ist die Blickrichtung nicht nur rückwärts auf das Vorbild Chopin, sondern geradewegs in die Zukunft des eigenen Spätstils gerichtet, der bruchlos aus den Entwicklungen des Frühwerks hervorgeht. Die Hochschichtung im Terzaufbau der Akkorde, die Organisation dieser Akkorde in Quarten sowie die besondere Art der Zwischendominantisierung auf der Ebene des Neapolitaners sind eigenständige Kompositionsmerkmale und lassen sich mit der weitläufigen Meinung eines Chopinesken Frühstils nicht vereinen.

 

 

Markus Gärtner, Jahrgang 1971, studierte nach dem Abitur Musikwissenschaft und Geschichte an der Universität Osnabrück. Das Buch ist die überarbeitete Fassung seiner Magisterarbeit.

 

 

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Mit Drommeten und Pauken, Hörnern und Posaunen

Festschrift für Werner Benz zum 65. Geburtstag

Im Auftrage der Gesellschaft zur Förderung der Religion/Umwelt-Forschung
herausgegeben von Manfred Büttner und Dagmar Pesta
(= musicologica berolinensia, Bd. 8), 364 S. , zahlreiche Notenbeispielen, Preis: 49,95 EUR (D) 51,45 EUR (A) 98,00 CHF,
ISBN 3-928864-82-3


Werner Benz - von 1963 bis 2000 Landesposaunenwart, zunächst bis 1967 bei der Lippischen Landeskirche, seit 1967 beim Posaunenwerk in der evangelischen Kirche von Westfalen - wurde unter anderem durch die Arbeit mit seinem Auswahlchor, dem Westfälischen Bläserensemble, über die Grenzen Westfalens hinaus bekannt und leistete Großartiges im Dienste der Posaunenarbeit. Als er im Jahre 2000 in den Ruhestand verabschiedet wurde, lag es nahe, mit einer Festschrift seine Leistungen über die Jahre hinweg zu würdigen. Hierzu steuerten engagierte Wissenschaftler aus den Bereichen Theologie, Musikwissenschaft und Musikpädagogik Aufsätze bei, die einen großen thematischen Bogen schlagen: von Tierhorn und Metalltrompete des alten Orients bis hin zu den neuesten Strömungen im Posaunenchorwesen. Geschichtliche Aspekte der Posaunenchor-arbeit sind hier ebenso berücksichtigt wie musikpädagogische Aspekte und fundierte Überlegungen zur Professionalisierung der kirchlichen Bläserarbeit.

 

 

mb 9

 

Bernd Schabbing
 

Gustav Mahler als Konzert- und Operndirigent in Hamburg

Gedruckt mit freundlicher Unterstützung der Gustav-Mahler-Vereinigung Hamburg e. V.
(= musicologica berolinensia, Bd. 9), 400 S. , zahlreiche Abbildungen, Preis: 49,95 EUR (D) / 51,45 EUR (A) 98,00 SFr., ISBN 3-928864-86-6

 

Mit seinem Buch legt Bernd Schabbing eine lebendige Beschreibung der sechsjährigen Wirkungszeit des großen Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler in der Hansestadt vor. Mahlers Arbeit als Chefdirigent am Stadttheater 1891 bis 1897 wird dabei ebenso lebendig wie die ihn umgebende Hamburger Kulturszene mit einem reichen Musikleben. Durch die Einbe­ziehung der Hamburger Tageszeitungskritiken sowie umfangreichem lebendig auf­bereitetem Quellenmaterial werden auch die zeitgenössischen Bewertungen des Dirigenten und Komponisten Mahler und die Beweggründe seiner Interpretentätigkeit und Praxis bei der Bear­beitung verschiedenster Werke anderer Komponisten deutlich.

Schabbing beleuchtet die spezifische Hamburgische Musikgeschichte facettenreich und stellt die Akteure des Musiklebens und ihren Bezug zu Mahler vor. Der berühmte Dirigent Hans von Bülow und Theaterdirektor Bernhard Pollini erhalten hier eine genau so umfassende Präsentation wie die Musiker des Stadttheaterorchesters und die konkurrierenden Konzertreihen.

Aufstellungen der wichtigsten Konzert- und Opernprogramme zu Mahlers Wirkungszeit sowie Abbildungen und Tabellen bieten vielfältiges Material, um Mahlers Arbeit und dem Hamburger Musikleben seiner Zeit nachzuspüren. Ein Index und ein genaues Inhalts- und Abbildungsverzeichnis erleichtern die zielgenaue Suche nach speziellen Themenfelder und Detailinformationen.

 

 

Bernd Schabbing (geb. 1970 in Münster/Westfalen), studierte historische und systematische Musikwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Psychologie in Münster und Hamburg. Das vorliegende Buch ist eine überarbeitete Fassung seiner Dissertation an der Universität Hamburg. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig für Tageszeitungen und Musikjournale, veröffentlicht Beiträge zu neuen Musik- und Medientechnologien, hat sich in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Kultur verschiedener Universitäten und Hochschulen betätigt und ist gegenwärtig Leiter des Bereiches Stadtmarketingkonzeption und PR bei Münster Marketing (Stadt Münster).


 

mb 10

 

Eva-Maria von Adam-Schmidmeier:
Das Poetische als zyklisches Prinzip
Studien zum Klaviermusikzyklus im 19. Jahrhundert

(musicologica berolinensia, Bd. 10), 320 S., zahlreiche Notenbeispiele, Preis  49,95 EURO (D) / 51,45 EUR (A) / 98,00 CHF (SFr.) / ISBN 3-928864-95-5 (Format 21 x 14,8)

 

 

Die vorliegende Arbeit stellt zunächst anhand exemplarisch ausgewählter Zyklen mit unterschiedlichsten Gestaltungsprinzipien aus dem Klavierwerk von Robert Schumann, Theodor Kirchner und Franz Liszt die Gattungsgeschichte des Klaviermusikzyklus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Nach der Betrachtung des Liederzyklus als literarische und als musikalische Gattung wird die Forschungssituation zum Problemfeld des instrumentalen Zyklus ausführlich und umfassend referiert. Ein kurzer Abriß über die Entwicklung der Klaviermusik im 19. Jahrhundert beleuchtet die exponierte Rolle des Klaviers in diesem Zeitraum.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dann bei den Klaviermusikzyklen Robert Schumanns. Obwohl Schumann selbst nie den Begriff "Poetischer Zyklus" gebraucht hat, darf er doch als Schöpfer des Poetischen Klaviermusikzyklus gelten. Die Poetik der hier ausgewählten Klaviermusikzyklen Schumanns basiert auf literarischen Sujets (Op. 2 Papillons und Op. 66 Bilder aus Osten) und Personencharakterisierungen (Op. 6 Davidsbündlertänze) oder auf beidem (Op. 16 Kreisleriana). Die poetische Idee des "Davidsbundes" fand ihre Fortführung in Theodor Kirchners Zyklen Op. 17 Neue Davidsbündlertänze und Op. 53 Florestan und Eusebius gefunden. Weitere Bedeutungsnuancen des Poetischen, die in Schumanns und Kirchners Zyklen kategorisch ausgespart bleiben, nämlich die Sphäre des Religiösen und das politisch-soziale Engagement, werden an den Klaviermusikzyklen Album d'un Voyageur und Harmonies poétiques et religieuses von Franz Liszt exemplifiziert.

 

 

Eva-Maria v. Adam-Schmidmeier studierte Schulmusik an der Musikhochschule Würzburg und an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nach Ablegung des 1. Staatsexamens promovierte sie an der Universität Regensburg im Hauptfach Musikwissenschaft; anschließend absolvierte sie das 2. Staatsexamen für das künstlerische Lehramt an bayerischen Gymnasien. Neben ihrer momentanen Tätigkeit im gymnasialen Schuldienst ist sie als Musikjournalistin tätig.

 


 

 

mb 11

 

Martin Münch
Die Klaviersonaten Alexander Skrjabins

Wechselbeziehungen zwischen Harmonik und Melodik

(musicologica berolinensia, Bd. 11), XXII + 295 S., zahlreiche Notenbeispiele,
Preis
118,00 CHF / 59,95 EUR (D), 61,75 EUR (A), / ISBN 3-928864-97-1 (Format 21 x 14,8)

 

 

 

Das Werk Alexander Skrjabins wird, neben dem Schönbergs, als zweite, sehr unterschiedliche Brücke von der Romantik zur Moderne angesehen. Wie der Autor Martin Münch mit einer neuartigen Analysemethode nachweist, gelangen Skrjabin ausgehend von der Harmonik Lösungen mit durchaus normativem Charakter. Ohne einen der beiden Parameter Melodik oder Harmonik zu vernachlässigen, erzielte er eine spannungsreiche Balance, die beides ausgewogen in einer visionären Klangsprache vereint. 

Hätte die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts mit Skrjabin eine andere Wendung genommen, wenn er noch mehr Gelegenheit gehabt hätte, die Tonalitätsabkehr in Werken von klanglicher Verführung und Faszination zu präsentieren? Wären in diesem Falle die so genannte E-Musik und U-Musik, beide noch Anfang der zwanziger Jahre im regen Austausch, vielleicht doch nicht völlig auseinander gedriftet? 

Der Autor stellt seine computer-gestützte Analysemethode vor, erläutert die gewonnenen Ergebnisse über die quasi organische Entwicklung in Skrjabins Sonatenstil und wagt zum Schluß in Umkehr dieser Methode eine Hypothese über die interessante Frage, wie wohl Skrjabins 15. Klaviersonate ausgesehen hätte, wenn es ihm noch vergönnt gewesen wäre, sie zu komponieren.

 

 

Martin Münch, Komponist und Konzert-Pianist, geboren 1961 in Frankfurt, studierte Schulmusik und Philosophie in Mainz, danach Komposition bei Wolfgang Rihm an der Musikhochschule Karlsruhe. Er konzertierte mit Soloabenden in fast allen Ländern Europas und bereiste Japan, die USA und Südamerika. Bekannt wurde er durch seine abendfüllenden Interpretationen von Albéniz (gesamte Iberia-Suite), Balakirew und seine 2-tägigen Lecture-recitals über Skrjabin (alle Sonaten). Münchs kompositorisches Oeuvre umfaßt bislang 38 Stücke und reicht von Klavier- und Kammermusik bis hin zu Orchesterwerken.

Martin Münch ist Gründer der „Jahrhundertwende-Gesellschaft“, Heidelberg, 1. Vorsitzender der Gesellschaft „piano international“ sowie künstlerischer Leiter mehrerer Klavierfestivals. Seit 1994 hat er einen Lehrauftrag für Klavier an der Universität Bamberg.

 

 

mb 12

Alexander Rovenko


Grundlagen der Engführungskontrapunktik,

dargestellt an Beispielen von der klassischen Vokalpolyphonie bis zur Moderne

Aus dem Russischen übersetzt von Andreas Wehrmeyer

Herausgegeben von Otfried Büsing und Andreas Wehrmeyer

 

(musicologica berolinensia, Bd. 12), XXIV + 242 S., zahlreiche Notenbeispiele, Preis 49,95 EURO (D) / 51,45 EUR (A) / 98,00 CHF (SFr.) / ISBN 3-928864-98-X (Format 21 x 14,8)

 

 

 

 

Das Buch behandelt die Satztechnik von Engfüh­run­gen in kontra­punktischen Werken, beginnend mit der klassischen Vokalpolyphonie bis hin zur Moderne auf der Basis der vom rus­sischen Musiktheoretiker und Komponisten Sergej Tanejew (1856-1915) entwickelten systematischen Methode. Auf diese Weise gelingt es, "Werkstattgeheimnisse" zu lüften, die bislang nur unvollständig zur Sprache gebracht worden sind.

 

 

Der Autor Alexander Rovenko, geb. 1942 in Pensa (Rußland), ist Komponist und Musik­wis­senschaftler, Professor für Musiktheorie und Doktor der Kunst­wissen­schaften. Als Kom­ponist – er ist Gewinner des Internationalen Komponistenwettbewerbs 2001 in Florenz – kann er auf zahlreiche Werke für Streicher, Chor, Klavier, Cello und andere Instrumente verweisen. Auf dem Gebiet der Musiktheorie hat er bislang drei Bücher, über 40 Studien und zahlreiche Artikel veröffentlicht und war Gastprofessor in Finnland, Deutschland und China. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse richtet sich auf die Entwicklung von Theorie und Praxis des Kontrapunktes. Das vorliegende Buch ist die deutsche Übersetzung der von ihm überarbeiteten Studie Praktičeskie osnovy strettno-imitiacionnoj polifonii (Moskau 1986).  

 

mb 13

Matthias Tischer (Hg.)

Musik in der DDR

Beiträge zu den Musikverhältnissen eines verschwundenen Staates

Mit Beiträgen von Thomas Ahrend, Michael Berg, Tobias Faßhauer, Albrecht von Massow, Nina Noeske, Victoria Piel, Matthias Tischer, Daniel zur Weihen und Friedrike Wißmann

(musicologica berolinensia, Bd. 13),  XII + 420 S., kart., einige Notenbeispiele,

Preis  59,95 EURO (D) / 61,75 EUR (A) / 118,00 CHF (SFr.) / ISBN 3-936637-05-9 (Format 21 x 14,8)

 

Die relative Geschlossenheit des Staatswesens DDR bot die kulturpolitischen Rahmenbedingungen für ein musikhistorisches Abenteuer. Dreierlei prägte diese Musikgeschichte. Zum einen gab es den stalinistischen und nachstalinistischen Versuch einer staatlichen Reglementierung der Künste und die vielfältigen Reaktionen der Künstler darauf. Zum anderen dominierte unter vielen Künstlern und Intellektuellen die Ansicht, in der SBZ/DDR den besseren, weil sozialistischen deutschen Staat zu errichten – mit seinen Dämpfern, Rückschlägen und Illusionsverlusten. Und schließlich fand die Energie, die bei all diesen Reibungen für die Ausprägung DDR-spezifischer poetischer und ästhetischer Konzeptionen frei wurde, eine produktive Umsetzung in zahlreichen Musikwerken.

Neben der Analyse der kulturpolitischen Rahmenbedingungen ist es das Ziel der für diesen Band schreibenden, vorwiegenden jüngeren Autoren, Aspekte des Scheiterns und Gelingens einer "anderen musikalischen Moderne" auf die Spur zu kommen. Nicht nur im Falle des Verhältnisses Stasi/Musiker oder der Auseinandersetzungen in der Akademie der Künste ist das zuweilen sehr spannend.

Abgerundet wird der Band mit der Erstveröffentlichung von Rudolf Wagner-Régenys Aufzeich­nungen "Die Tage" (1962-63) – Schweigen im Schatten der Mauer und einer umfangreichen Tabelle mit Daten zur Musikgeschichte der DDR.

 

Der Herausgeber, Matthias Tischer, Jg. 1969, studierte Musik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Erziehungswissenschaft in München, Weimar und Jena. Er ist mit Veröffentlichungen über Musikästhetik, Bildungstheorie, Populärmusik und Musik im 20. Jahrhunderthervorgetreten. Seine Forschungsschwerpunkte seit der Promotion sind Musik in der DDR und Musik im Kalten Krieg. Derzeit arbeitet Matthias Tischer als Fritz-Thyssen-Stipendiat an einer Studie mit dem Titel Kompo­nieren für und wider den Staat. Paul Dessaus Orchestermusiken.

 

 

mb 14

Matthias Falke

Die Symphonie zwischen Schumann und Brahms

Studien zu Max Bruch und Robert Volkmann

 

(musicologica berolinensia, Bd. 14), 343 S., kart., zahlreiche Notenbeispiele,

Preis  49,95 EURO (D) / 51,45 EUR (A) / 98,00 CHF (SFr.) / ISBN 3-936637-05-9 (Format 21 x 14,8) ISBN 3-936637-09-1

Die Vorstellung von der Symphonie im 19. Jahrhundert, noch immer von Carl Dahlhaus' grobem Begriffsraster der 80er Jahre geprägt, bedarf auch nach Meinung der Fachwissenschaft schon längst einer grundlegenden Revision, die den zahlreichen symphonischen Werken der Jahrhundertmitte eine gerechtere Würdigung sichert. Für viele Komponisten steht diese Würdigung bislang noch immer aus. Matthias Falke widmet mit seinem Buch den Komponisten Max Bruch und Robert Volk­mann, die beide zu den bedeutendsten und meistgespielten Komponisten der romantischen Epoche gehören, endlich die gebührende wissenschaftliche Aufmerksamkeit.

Max Bruch (1838-1920), heute fast nur noch bekannt mit seinem Ersten Violinkonzert, hat auch zur Gattung der Symphonie drei souverän gearbeitete und melodiensprühende Werke beigesteuert. Seine Erste Symphonie von 1870 war indes eine der meistgespielten ihrer Zeit. Der erste Teil der Arbeit widmet allen drei Symphonien Max Bruchs ausführliche musikwissenschaftliche Analysen. Sie werden eingereiht in Bruchs umfangreiches Lebenswerk und als gewichtige Beiträge zur Geschichte der Gattung gewürdigt, in der sie weit mehr sind als nur Zwischenglieder in der Entwicklung "von Schumann zu Brahms".

Robert Volkmann (1815-1883) stammte ursprünglich aus Sachsen, war mit Brahms und Liszt befreundet, wirkte später jedoch hauptsächlich in Budapest. Seine Erste Symphonie von 1863 gilt als bedeutendster Beitrag zur Gattung im hier behandelten Zeitraum. Dennoch gibt es bis heute keine einzige Studie zur analytischen Erschließung dieses Werks. Diese Lücke schließt der Autor im zweiten Teil seines Buches mit einer umfangreichen und detaillierten Untersuchung. Eine Diskussion des aktuellen Standes der Geschichtsschreibung der Sympho­nie im 19. Jahrhundert sowie Diskographie und Bibliographie runden den Band ab.

 

 

 

Matthias Falke, 1970 in Karlsruhe/Baden geboren, studierte Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Karlsruhe. 1996 Magisterarbeit über Max Bruchs Symphonien. Anschließend Promotionsstudium an der Universität Frei­burg/Breisgau über Die Symphonie zwischen Schumann und Brahms. Seit 1999 ist Matthias Falke freier Autor mit zahlreichen veröffentlichten Erzählungen und Romanen, Herausgeber literarischer Anthologien, Übersetzer von englischer und französischer Lyrik, Autor zahlreicher Programmtexte, CD-Booklets und Reiseberichte.

 

 


 

 

 

 

 

 

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